Die niederländische Regierung verschärft erneut die Corona-Maßnahmen. In der Öffentlichkeit dürfen sich künftig nur noch zwei statt vier Personen treffen. Auch Zoos und Museen werden geschlossen. Zwar sank die Tageszahl der Corona-Infektionen zuletzt, liegt aber mit über 7.700 Neuinfektionen pro Tag noch deutlich zu hoch. Nachfolgend eine Übersicht der neuen Maßnahmen.

Mit 64.087 lag die Zahl der Corona-Infektionen in den Niederlanden in der vergangenen Woche um fast 3.500 niedriger als eine Woche zuvor. Der am 14. Oktober verordnete „Teil-Lockdown“ zeigt also offensichtlich erste Auswirkungen. Trotzdem kündigte die Regierung am Dienstagabend zusätzliche Maßnahmen an, um die Zahl der Infektionen noch schneller zu reduzieren. Gesundheitsminister Hugo de Jonge erklärte, dass gehandelt werden müsse, da das Gesundheitssystem an seine Grenzen komme. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen steigt in den Niederlanden immer weiter an. Am 27. Oktober befanden sich noch 2.358 Corona-Patienten im Krankenhaus, von denen 529 auf der Intensivstation lagen. Eine Woche später sind es bereits 2.653 Patienten, von denen 609 intensiv versorgt werden müssen.

Ministerpräsident Mark Rutte kündigte an, dass die zusätzlichen Maßnahmen am heutigen Mittwoch, 4. November, um 22 Uhr in Kraft treten und zwei Wochen lang gelten werden. Nach diesen zwei Wochen gelten dann wieder „nur“ noch die Maßnahmen des „Teil-Lockdowns“ (hier mehr Infos), der mindestens bis Mitte Dezember aufrechterhalten wird.

Rutte fasste die zusätzlichen Maßnahmen in drei Punkte zusammen:
1. Er verwies nochmal eindringlich auf eine der Grundregeln: „Bleiben Sie möglichst zu Hause und vermeiden Sie unnötige Reisen!“
2. In der Öffentlichkeit dürfen sich in den kommenden Wochen nur zwei statt vier Personen treffen (aus zwei Haushalten). In der eigenen Wohnung dürfen maximal zwei Personen empfangen werden.
3. Öffentliche Orte wie Theater, Museen, Bibliotheken, Zoos und Freizeitparks werden geschlossen.

Regionale Maßnahmen möglich
Regional können zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, wenn die Infektionszahlen vor Ort besonders hoch sind. So können zum Beispiel Ausgangssperren verhängt sowie Geschäfte und Schulen (ab der Sekundarstufe) geschlossen werden.

Für die grenznahen Provinzen im Norden dürfte es soweit nicht kommen. Die Provinzen Drenthe, Groningen und Friesland haben im landesweiten Vergleich noch mit den geringsten Infektionszahlen zu kämpfen. In Groningen lag der Inzidenzwert vergangene Woche bei 88,8. Friesland (120,9) und Drenthe (143,8) schnitten zwar schlechter ab, sind aber vom Niederlande-Schnitt (Inzidenzwert: 326,4) noch weit entfernt.

Keine Reisen ins Ausland
Abschließend appellierte Rutte eindringlich an die Bürger, mindestens bis Mitte Januar nicht in das Ausland zu verreisen – es sei denn, dies sei zwingend notwendig. Hintergrund: Die Regierung will verhindern, dass die Menschen im Winter in den Ski-Urlaub fahren und dabei das Virus ex- oder importieren. Der Ministerpräsident bestätigte, dass er seinen eigenen Ski-Urlaub ebenfalls storniert habe.

Für Deutschland gilt seit Dienstagnachmittag in den Niederlanden die „orange Reisewarnung“ (hier mehr Infos). Zunächst war unklar, wie sich dieser Status auf den so genannten „kleinen Grenzverkehr“ auswirkt.