Die Spatzen pfiffen es bereits seit einigen Tagen von den Dächern. Nun scheint klar: Durch die Hintertür schafft der SV Meppen doch noch den Klassenerhalt in der 3. Liga. Möglich wird das, da der KFC Uerdingen keine Lizenz erhält und die Emsländer die ersten Nachrücker sind.

In einer offiziellen Mitteilung der Uerdinger heißt es: „Die vom DFB für die Lizenzerteilung für die 3. Liga gelegte finanzielle Hürde – die sofortige Hinterlegung eines hohen siebenstelligen Betrags – war für den KFC nicht fristgerecht zu erfüllen.“ Eine offizielle Bestätigung des DFB steht hingegen noch aus, dürfte allerdings nur Formsache sein. Laut DFB-Spielordnung bleibt eigentliche keine andere Möglichkeit als den SV Meppen in der 3. Liga zu belassen.

Meppens Vorstandssprecher Andreas Kremer tritt trotzdem noch auf die Euphoriebremse: „Für uns ist der Klassenerhalt erst definitiv, wenn wir eine schriftliche Bestätigung vom DFB haben. Deshalb brechen wir trotz der Nachrichten aus Uerdingen noch nicht in Jubelstürme aus.“

Doch für den KFC Uerdingen dürfte es kaum noch Hoffnung auf ein Wunder geben – dafür spricht auch, dass der Verein auf der eigenen Homepage keinen Hehl aus der schwierigen Situation macht. Bereits seit längerer Zeit befindet sich der DFB-Pokalsieger von 1985 in finanziell schwerem Fahrwasser. Schon in der vergangenen Saison waren dem KFC drei Punkte wegen der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in der laufenden Spielzeit abgezogen worden. Trotzdem schaffte Uerdingen sportlich den Klassenerhalt vor den punktgleichen Meppenern. Doch nun profitiert Meppen von den Problemen des Klubs aus Krefeld. Mit dem 2:1-Sieg über den MSV Duisburg hatte sich Meppen am letzten Spieltag immerhin Platz 17 gesichert. „Wer weiß, was noch in Uerdingen passiert und was dieser Platz noch wert ist“, kommentierten einige Expert*innen bereits nach dem Schlusspfiff. Und sie sollten Recht behalten. Der umstrittene Investor Roman Gevorkyan konnte nicht dafür sorgen, den KFC in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Im Gegenteil. Oft hinterließ der Klub einen chaotischen Eindruck. Dazu passte es, dass Uerdingen die Heimspiele seit Jahren nicht im eigenen Stadion spielen konnte, da dieses nicht drittligatauglich ist. Stattdessen musste der einstige Europacup-Halbfinalist nach Düsseldorf und Lotte ausweichen.